Ort der Verkündigung:

Stufenanlage, Kanzel, Orgelempore


Der Altarraum erfährt im Zuge der Renovierung die größte Veränderung. Vielfachen Wünschen aus der Gemeinde folgend, wird der Altar auf einer einstufigen Altarinsel in den Kirchenraum gerückt. Er findet in Zukunft seinen Platz im Zentrum des Gottesdienstes und der Gemeinde. Dort, wo heute der Altarraum ist, schafft eine neue, etwa sechs Meter breite Stufenanlage eine Verbindung zwischen dem Kirchenraum und der Orgelempore. Zentral auf dieser Stufenanlage steht die Kanzel.

Die Stufenanlage wird künstlerisch gestaltet. Die jeweils ineinander versetzt verschränkten Stufen erinnern an einen Weinberg. Durch die Verschränkung der Stufen entsteht in der Diagonalen ein Weg von oben nach unten bzw. von unten nach oben. Die Stufen sind so tief, dass darauf Orchestermusiker oder Chöre einen guten und sicheren Platz finden. Die Chöre der Friedensgemeinde, die wie bisher von der Orgelempore aus am Gottesdienst mitwirken, werden in Zukunft gut gesehen und gehört. Die Sängerinnen und Sänger können anders als heute sehen, was im Kirchenraum passiert und können so dem Gottesdienst intensiv folgen.

Vor allem aber sind die Stufen liturgischer Ort für die Verkündigung in der Predigt, in Symbolen und in der Musik. Das gesamte Konzept der neuen Friedenskirche ist darauf ausgerichtet, den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Mitwirkenden am Gottesdienst neue Freiräume zu eröffnen für die Gestaltung vielfältiger und lebendiger Gottesdienste.
In der neuen Friedenskirche sind somit Taufstein, Altar, Kanzel und Orgel in einer Linie angeordnet. So war es schon in der Ursprungsform der Friedenskirche von 1910. Damals befand sich der Altar ganz an der Rückwand des Altarraums, darüber eine Hochkanzel, darüber die Orgel. Bei der Renovierung 1960 wurden – einem veränderten Gottesdienst-verständnis entsprechend – der Altar und die Kanzel näher zur Gemeinde gebracht. Diese Bewegung setzt sich im neuen Konzept der Friedenskirche fort, denn auch in den vergangenen 50 Jahren hat sich unser Verständnis von Gottesdienst weiter entwickelt, insofern als das gemeinsame Feiern und das Miteinander von Liturgen, Mitwirkenden und Gottesdienstgemeinde ein noch größeres Gewicht bekommen hat.

Was das liturgische und architektonische Konzept für die neue Friedenskirche also in unnachahmlicher Weise erreicht ist, einen durchaus modernen Kirchenraum zu schaffen, der aber den ursprünglichen Gedanken des Kirchenraums auch gegenüber der Renovierung von 1960 noch einmal stärker herausstreicht. Tradition und Moderne fließen also in der neuen Friedenskirche zusammen.