Erste Vermittlungsversuche: Der Runde Tisch der Gemeinde


20. Februar 2008

Runder Tisch zur Kirchenrenovierung in der Gemeinde. Einladung durch den GÄK. Moderation durch Herrn Buschbeck. Eingeladen sind Mitglieder des GÄK, Vertreter von Initiativen sowie interessierte Gemeindeglieder, die sich schriftlich oder mündlich zum geplanten Renovierungsvorhaben geäußert haben.

Themen der Diskussion: Stand des Verfahrens, notwendige Renovierungsmaßnahmen, finanzieller Rahmen und Finanzierungskonzept, Austausch über kontroverse Positionen zur geplanten Innenraumgestaltung

Das Protokoll zum Runden Tisch hält fest:

Raum für Annäherungen der verschiedenen Standpunkte ist spürbar, konnte aber in diesem Stadium noch nicht konkreter diskutiert werden.

Der Gesprächsleiter legte abschließend Wert auf die unwidersprochene Feststellung, dass trotz fortbestehender Auffassungsunterschiede keiner mit dem Auszug aus der Friedenskirche drohen muss, sondern seine Meinung in die Diskussion mit Vertretern der zuständigen Entscheidungsgremien der Gemeinde einbringen soll; es besteht kein Zweifel an deren Bemühen um Mehrheitsfähigkeit der schlussendlich zu verwirklichenden Gestaltung  des Innenraums der Friedenskirche für alle Gemeindeglieder.

 Unmittelbar im Anschluss an das Gespräch wird von einer Vertreterin der Initiativen an die anwesenden GÄK-Mitglieder ein sechsseitiger Brief verteilt mit einer zynischen Lächerlichmachung der Argumente für das Renovierungskonzept sowie Verhöhnung von Einzelpersonen. Das äußerst verletzende Schreiben wurde von der Autoren zwar später als „Satire“ bezeichnet. Es hat jedoch die gerade bereitete Gesprächsebene massiv zerstört.

 

8. Juni 2008

Dritte Gemeindeversammlung zur Kirchenrenovierung.

Um eine möglichst sachliche und emotionsfreie Aussprache zu ermöglichen, hatte der GÄK Anfang April beschlossen, für die weitere Moderation des Prozesses zwei externe Berater der badischen Gemeindeberatung einzuladen. Deshalb wurde die ursprünglich für Ende April geplante Gemeindeversammlung um sechs Wochen verschoben, um geeignete Mediatoren anzufragen und in die Situation einzuführen.

Ziel der von den beiden Mediatoren geleiteten Gemeindeversammlung ist die umfassende Vermittlung von Informationen zum Renovierungskonzept. Erstmals werden genaue Pläne zu den verschiedenen Teilaufgaben der Kirchenrenovierung vorgestellt sowie das Konzept insgesamt erläutert.

In Aufnahme der Bedenken aus der Gemeinde hatte der Bauausschuss in seinen Beratungen eine sich nach unten hin verschlankende, „leichtere“ Stufenanlage vorgeschlagen. Viele Informationsnachfragen. Kontroverse Diskussion. Mehr als 130 schriftliche Fragen und Anmerkungen von den Teilnehmern der Gemeindeversammlung werden eingesammelt. Auswertung im GÄK und Veröffentlichung sämtlicher Voten im Wortlaut im Kirchenraum.

Ein Teil der Versammlung drängt auf ein ablehnendes Votum der Gemeindeversammlung zum vorgestellten Entwurf. Die Moderatoren geben zu Bedenken, ob es beim gegenwärtigen Stand der Planung und Information schon Zeit für ein abschließendes Votum ist und ob nicht ein Offenhalten der Diskussion dem Miteinander in der Gemeinde mehr dienen würde. Eine Abstimmung findet nicht statt. Die Fortsetzung der Debatte auf einer erneuten Gemeindeversammlung vier Wochen später wird angekündigt.

 

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung beschäftigt sich der GÄK mehrfach mit der Frage nach Alternativen zum vorgestellten Entwurf. Es wird gefragt, ob eine Umsetzung des Konzepts ohne die Stufenanlage sinnvoll und möglich ist.

Ergebnis dieser Beratungen ist ein Neuansatz, eine andere Konzeption der Stufenanlage. Ihre Bedeutung als liturgischer Ort soll anders als bisher deutlich werden dadurch, dass die Kanzel nun zentral auf der Stufenanlage zu stehen kommt. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Altar, Kanzel und Orgel – wie es auch in der ursprünglichen Konzeption der Friedenskirche gedacht war. Die Stufenanlage ist nicht mehr, wie bisher, eine freie Treppe.

Der GÄK beschließt, diesen Neuansatz im Konzept (oft als „Meyerscher Entwurf“ bezeichnet) der Gemeindeversammlung zur Unterstützung vorzuschlagen.

 

6. Juli 2008

Vierte Gemeindeversammlung zur Kirchenrenovierung. Vorstellung des Neuansatzes des GÄK.

Aus den Darlegungen von Frau Dr. Meyer (GÄK)

Die Kanzel ist damit der Fixpunkt des vorderen Kirchenteils, anstelle der kritisierten leeren Stufenanlage. Die Stufen um die Kanzel herum stellen die Verbindung zwischen Altar und Kanzel her und führen im weiteren Verlauf zum dritten Element der Achse, der Orgel.

Der GÄK sieht in diesem Kompromiss Tradition und Offenheit für die Zukunft elegant vereinigt.

 In dieser Gemeindeversammlung wurden zwei Anträge alternativ zur Abstimmung gestellt

1.   Die GV (Gemeindeversammlung) empfiehlt dem GÄK die Planung einer Zentralkanzel, integriert in ein Stufenmodell, im Fortgang der Kircheninnenrenovierung weiter zu verfolgen.

  2. Die GV empfiehlt dem GÄK, die Planung einer Stufenanlage im Altarraum einzustellen

Für den Antrag 1 votierten 56 Teilnehmer, für den Antrag 2 votierten 75 Teilnehmer. Es gab keine Enthaltungen.

 

23. Juli 2008

Der GÄK diskutiert den Verlauf und das Ergebnis der Gemeindeversammlung ausführlich in Anwesenheit von Dekanin Dr. Schwöbel. Viele Argumente werden sorgfältig gegeneinander abgewogen: die Voten der Gemeindeversammlung, die bau- und denkmalrechtliche Seite, theologische und liturgische Begründungen. Schließlich fällt der GÄK mit großer Mehrheit folgenden Beschluss:

Die GÄK entspricht der Empfehlung der GV nicht, gänzlich auf eine Stufenanlage zu verzichten und die Wand hinter dem Altar sichtbar zu belassen.

Der GÄK nimmt die Kritik aus der Gemeinde auf. Der ursprünglich vorgestellte Entwurf einer leeren Stufenanlage, die sich der KGR am 12.12.07 zu eigen gemacht hatte, wird nicht weiter verfolgt.

Der GÄK beschließt eine zentrale Kanzel mit Stufen, die zu ihr hoch und über sie hinaus zur Orgelempore führen. Er betrachtet diesen Neuansatz

·   als theologisch schlüssig begründete Lösung;

·   als dem historischen Kirchenbau angemessen;

·   als für die Gottesdienste und das Gemeindeleben in Gegenwart und Zukunft am besten geeignete Lösung.

Anmerkung Frau Dr. Schwöbel am Ende der Sitzung:

Der Entschluß ist mit großer Ernsthaftigkeit gefällt worden und der Weg dahin ist demokratisch begangen worden.

 

Juli 2008

Gemeindebrief extra: Informationen zur Kirchenrenovierung an alle Haushalte der Gemeinde