Der Konflikt um die geplante Neugestaltung des Altarraums und den Einbau einer Stufenanlage als Ort der Verkündigung war neben dem Streit um die Erhaltung der vertrauten Heimat im Kirchenraum auch ein Streit um unterschiedliche theologische Positionen in der Gestaltung des Kirchenraums.

Dies wird deutlich in zwei theologischen Positionspapieren.

Im Januar 2009 verfasste der inzwischen verstorbene theologische Referent im EOK in Karlsruhe, Dr. Michael Nüchtern, eine gutachterliche Stellungnahme an das Amt für Baurecht und Denkmalschutz der Stadt Heidelberg, in der er die geplanten Umbau-Maßnahmen theologisch begründete.
Der Kernsatz lautet:
Bei unseren Sanierungen von Gottesdiensträumen sehen wir die besondere Verpflichtung, neuere liturgische Gestaltungserfordernisse mit dem Überkommenen in Verbindung zu bringen. Die Veränderungen im Innenraum (der Friedenskirche) entsprechen neueren liturgischen Gestaltungserfordernissen. Sie führen insbesondere auch Gestaltungsgrundsätze, die Ende des 19. Jahrhunderts formuliert worden sind und für den Bau der Friedenskirche maßgeblich waren, behutsam weiter.

Diese Stellungnahme können Sie hier im ganzen Wortlaut nachlesen.

Im Auftrag der Initiativen gegen die geplante Neugestaltung der Friedenskirche verfasste im Februar 2009 der emeritierte Theologieprofessor Dr. Walther Eisinger aus Handschuhsheim eine Beurteilung der Pläne für die Innenrenovierung aus seiner persönlichen Sicht.
Ihm geht es im Kern um die Bewahrung des Bestehenden, vor allem die Bewahrung der Situation im Altarraum.
Der Kernsatz lautet:
In der Friedenskirche Handschuhsheim sind deswegen Taufstein, Abendmahlstisch ("Altar") und Kanzel auf gleicher Höhe nebeneinander angeordnet (...). In dieser Anordnung ist der Versuch zu sehen, klare (evangelisch-protestantische) Ausrichtung auf das Hören des Wortes, lutherische Hochschätzung der beiden Sakramente und sichtbaren Vollzug der Kommunikation miteinander in Einklang zu bringen. Das Nebeneinander der Prinzipalien entsprach 1960/61 (letzte Renovierung) als Korrektiv des Kanzelplatzes (über dem Altar) genau der liturgischen Überzeugung der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts. Diese Grundausrichtung und -ausstattung entspricht im Ganzen der Erwartung auch am BEginn des 21.Jahrhunderts, wenngleich es auch darüber hinaus weisende Wünsche gibt (...)

Diese Stellungnahme können Sie hier im ganzen Wortlaut nachlesen.