Welche Gemeinde wollen wir sein?

Ende 2010 lud der Ältestenkreis Hansjörg Hemminger ein, den Autor des Buches 'Wachsen mit Weniger'. Herr Hemminger ist Weltanschauungsbeauftragter der Württembergischen Landeskirche und hat sich intensiv beschäftigt mit der Zukunft unserer evangelischen Kirche in Deutschland:

Was treibt die evangelische Kirche heute und in der Zukunft
- Demographie - die evangelischen Christen werden dramatisch weniger
- Austritte - der Verlust der kirchlichen Bindungskraft
- Ich brauche keine Kirche - Wandel des persönlichen Verhältnisses zur Religion
- Konkurrenz - Religiöse und christliche Pluralität

Herr Hemminger zeichnete zwei Bilder von Gemeinde: Das erste eines mit konzentrischen Kreisen ('Zwiebel'), in deren Mitte die Hauptamtlichen und die Sonntagsgottesdienste stehen, alle weiteren gemeindlichen Aktivitäten darum herum in den äußeren Kreisen. Dies ist die Gemeinde der 1960er Jahre, und in diesem Geist wurde die alte Behaghel-Kirche erbaut und renoviert.

Das zweite Bild sieht anders aus: Es stellt ein soziales Netzwerk dar, das von sogenannten 'Hubs' lebt, verschiedenen Inseln also, die weitreichende Kommunikation und vielfältige Verbindungen darstellen, aber kein einziges Zentrum mehr bilden.

Welche Gemeinde wollen wir sein? Diese Frage stellt sich gar nicht, denn wir sind längst im zweiten Bild angekommen. Dies zeigte sich eindrucksvoll, als alle Ehrenamtlichen der Friedensgemeinde sich im Januar im Gemeindehaus trafen. Weit über hundert sind es! Jeder für sich hat ganz unterschiedliche Rollen, aber jeder ist ein solcher 'Hub', der unterschiedlichste Netzwerke knüpft und so Gemeinde ist und weiterbaut. Dies schliesst den Sonntagsgottesdienst mit ein, beleuchtet aber viele andere Aspekte kirchlicher und gemeindlicher Aktivität.

Die Zukunft ist nicht vorhersehbar, aber sie hat in Vielem schon begonnen. Wir mögen Angst haben, Vertrautes aufgeben zu müssen, wir werden aber belohnt durch grossartige Möglichkeiten, das Neue positiv zu gestalten. Dies ist es, das den Ältestenkreis seit 10 Jahren (an)treibt.

Machen Sie mit, Ihre Kirche braucht Sie! Diskutieren Sie mit uns, z.B. im Internet, beim Kirchencafé, oder gern per gutem alten Brief.